Angekommen in der Arbeitswelt


„Abenteuer Arbeitswelt“ – Durch Veränderung und Mut zum Einstieg in das Berufsleben

„Abenteuer Arbeitswelt“ – so heißt das Projekt IsA (ESF-Programm: Integration statt Ausgrenzung). Es soll den Teilnehmern Mut für ein wahrliches „Abenteuer“ machen – den Schritt in ein geregeltes Berufsleben.

Einem jungen Mann aus Eisenhüttenstadt ist dieser Schritt gelungen. Zum Anfang des Projektes noch orientierungslos und ohne Schulabschluss, steigt er jetzt durch eine vorangegangene Einstiegsqualifizierung (EQ) gleich direkt in das zweite Lehrjahr einer Berufsausbildung im Metallbereich ein. Die hat ihm ein engagierter Betrieb der Region vermittelt, um ihn als künftige Fachkraft im Unternehmen zu beschäftigen.

Doch nun von Anfang an:

In das Projekt kam der heute 26-jährige Sebastian im November 2015. Ohne Schulabschluss und Berufsausbildung gab es nur die Perspektive, auf ewig in Hilfsjobs zu arbeiten oder gar keine Beschäftigung zu finden. Doch das kommunale Jobcenter und die Mitarbeiter des Projektes IsA erkannten sein Potenzial, nahmen ihn an die Hand und erarbeiteten gemeinsam mit Sebastian einen gelungenen Entwurf für seine berufliche Zukunft.

An erster Stelle steht die Integration des Jobcenters in das Projekt, in diesem Fall eine Zusammenarbeit zwischen der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg und dem Nestor Bildungsinstitut. In der Kennenlernphase helfen zuerst Gruppen- und dann Einzelgespräche, um die Projektteilnehmer mit ihren Zielen, Wünschen aber auch Ängsten und Vorbehalten besser kennenzulernen. Bei Sebastian zeigte sich schnell, dass Probleme in der Schule und das daraus resultierende Fernbleiben die Ursachen für seine unbefriedigende Situation waren. Die Schule beendete er ohne Abschluss, was eine Ausbildung somit fast unmöglich machte und er die Grundversorgung durch das Jobcenter in Anspruch nehmen musste. Durch die Zuweisung in das Projekt „Abenteuer Arbeitswelt“ begann die individuelle Betreuung und die Analyse, für was sich der junge Mann begeistern kann. Dabei stellte sich heraus, dass er sich eine Ausbildung im Metallbereich vorstellen kann. Im nächsten Schritt wurde dann ein engagiertes Unternehmen gesucht, welches einen Praktikumsplatz zur Verfügung stellt, das sich mit der Firma Heckmann aus Eisenhüttenstadt gefunden hat. Dort gibt es Nachwuchsprobleme, wie in vielen Betrieben der Region. Entsprechend offen ist das Unternehmen für andere Wege zur Gewinnung von Mitarbeitern. Dazu zählen auch junge Menschen mit keinem oder schlechtem Schulabschluss, mit Migrationshintergrund oder Lernschwächen, die aber dennoch motiviert sind und handwerkliche Fähigkeiten mitbringen. „Diesen eine Chance zu geben, hat sich bewährt“, so André Fuhrmann (Meister Stahlbau) von der Firma Heckmann. „In der Vergangenheit haben wir gute Erfahrungen gemacht. Junge Menschen, die eine zweite Chance erhalten, sind dankbar für die Unterstützung, sind zuverlässig und bleiben dem Unternehmen treu.“

Das kann Dr. Kristina Setzkorn, Projektmitarbeiterin bei der Handwerkskammer Frankfurt (Oder), nur bestätigen. „Sicher gibt es auch Projektteilnehmer, die keine Ziele und auch kein Interesse an Veränderung ihrer aktuellen Lebenssituation haben. Doch die, die etwas ändern wollen, sind in der Regel auch erfolgreich und schaffen es mit Hilfe des Projektes, Wege in eine Zukunft mit Arbeit und dem damit verbundenen besseren Lebensstandard zu gehen.“

Die Teilnehmer erhalten während der Startphase jede Menge Unterstützung durch die Projektmitarbeiter. Dazu zählen die Berufsorientierungshilfe, die Kompetenzanalyse über das Praktikum und Hilfe bei persönlichen Anliegen im Alltag – sogar bei psychischen Problemen, sollte das in Ausnahmefällen notwendig sein. Bei Sebastian führte die Beratung und Begleitung, das Engagement der Firma Heckmann und nicht zuletzt sein eigener Wille und Ehrgeiz dazu, eine Lehre im Metallbau zu starten und der Firma Heckmann zukünftig als Fachkraft zur Verfügung zu stehen. Der Erfolg erfreut alle beteiligten Partner und macht auch anderen Projektteilnehmern Mut.

Zum Projekt:

Das Projekt richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren, die eine Berufsausbildung oder eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aufnehmen möchten oder das Ziel haben, einen Schulabschluss zu erreichen. Es läuft noch bis 30.06.2019 in Kooperation der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg mit dem Nestor Bildungsinstitut für die gesamte Region Ostbrandenburg (Oder-Spree, Märkisch-Oderland, Barnim, Uckermark und Stadt Frankfurt (Oder). Das Projekt besteht aus Präsenz- und begleiteten Initiativphasen beim Trägerverbund. Hier werden die Teilnehmer auf betriebliche Erprobung/Praktika bzw. auf die Aufnahme einer Ausbildung oder Beschäftigung vorbereitet. Die Verweildauer wird individuell festgelegt und somit flexibel gestaltet. Die Teilnahme am Projekt kann sich bis zu zwei Jahre erstrecken, einschließlich Praktikum und Nachbetreuung. Der Einstieg in das Projekt ist jederzeit möglich. Das Projekt wird in enger Abstimmung mit der Agentur für Arbeit, den Jobcentern und den Landkreisen durchgeführt.

Das Projekt „Abenteuer Arbeitswelt“ wird im Rahmen der ESF-Integrationsrichtlinie Bund, Handlungsschwerpunkt Integration statt Ausgrenzung (IsA), durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Dr. Kristina Setzkorn

Integrationscoach

Telefon: 0335 5554 - 246
Telefax: 0335 5554 - 203

kristina.setzkorn@hwk-ff.de

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